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Pressetext von Alice Detjen
Dauer der Ausstellung: 22. 06. 07 bis 01. 07. 07
Kontakt: alice.detjen@web.de; w_bzowka@yahoo.de
“In seinen neuen Arbeiten setzt sich Wlodek Bzowka einmal mehr mit den bildgebenden Verfahren virtueller
Medien auseinander. Ausgangspunkt bilden hierbei Sequenzen aus dem wohl bekanntesten Computerspiel
Counterstrike, das weltweit vor allem online genutzt wird. Bzowka inszeniert jeweils Momente der Niederlage,
in denen die eigene Figur zerstört wird und in Splitter zerfällt. Diese Herkunft verraten die bunten,
abstrakt-geometrischen Motive der auf weiß grundierte Leinwand applizierten Scherenschnitte, oder Cuttings,
jedoch kaum, da sie im Moment der eigenen Auflösung nur noch bedingt auf ihr ursprüngliches Medium
verweisen. Vielmehr wird die mathematisch errechnete, digitale Architektur für einen kurzen Moment offengelegt
und sichtbar gemacht, dass die Generierung der virtuellen Bildwelten mit den Mitteln der Zentralperspektive
erfolgt, und damit auf einer der ältesten Techniken zur Herstellung einer fiktiven Wahrnehmungsanordnung
beruht. Die polygonen Bauformen, deren kleinste Einheit das Dreieck bildet, können sichtbar
werden, weil sich der Moment der Zerstörung als zutiefst paradox darstellt und, logisch-mathematisch betrachtet,
hoch problematisch erweist: Wie ist es möglich, die eigene Figur zu repräsentieren und gleichzeitig
ihre Auflösung zu betrachten? Die kurzfristige Identität subjektiver und objektiver Anschauung bildet einen
„Regelverstoß“ gegen das zentralperspektivische Sehen und bewirkt Rechen- und Ausgabefehler, die eine
hybride Formenwelt freilegen. Mit diesem Schlüsselmoment markiert der Künstler einen Zustand der „Unsichtbarkeit“,
und macht mit der Frage nach der Visibilität ein genuines Sujet der Bildkünste für die virtuellen
Medien fruchtbar.
Anders als bei früheren Arbeiten werden die Motive jedoch nicht mehr in eine klassische Malweise überführt,
die Leinwand ist nun mit Scherenschnitten aus Polyethylen-Schaum beklebt. Die etwa drei Milimeter dünne
Folie ist ein Verpackungsmaterial, das eine hohe Flexibilität aufweist und nach dem Farbauftrag keine opake
Oberfläche bildet, sondern eine poröse und, bei näherem Hinsehen, von Lichtreflexen aufglitzernde Stofflichkeit,
die einer Membran ähnlich den bildnerischen und den realen Raum in ein Austauschverhältnis bringt.
Mit dem Medium des Scherenschnitts greift Bzowka eine tradierte Technik auf, die im 20. Jahrhundert die
Grundlage für Collage und Assemblage bildete; ein auch strukturalästhetisches Vorbild für Bzowkas Arbeiten
dürften jedoch vor allem Matisses papier decoupés sein, die von einem dynamischen Austauschverhältnis
von Weißraum und Schnittkörper leben. Auch Bzowkas Bildräume entwickeln sich aus diesem Wechselspiel.
Sie legen die Schnittstelle als Ort frei, an dem das Betrachterauge Entscheidungen trifft über innerbildliche
Beziehungsverhältnisse, die nach der Dekonstruktion der Perspektivität nicht mehr die räumlichen Kategorien
von Vorder- und Hintergrund erfüllen. Vielmehr werden Figur und Weißraum in einem konstituierenden
Verhältnis als Form und Gegenform miteinander verzahnt und in einen zweidimensionalen Bildraum eingeebnet.
Der irritierende Reiz liegt dabei nicht nur in der Porösität der Folie, vor allem die reliefartig in den Raum
ausgreifende, wellige Oberflächenstruktur des Materials schafft eine physische Präsenz, die in einem widersprüchlichen
Verhältnis zu ihrer formalen Verwendung steht. Ähnlich wie Kippfiguren scheinen sich die farbigen
Schnittkörper stets im selben Moment der einen Realität anzuverwandeln und der anderen zu entziehen.
Diese Wahrnehmungsanordnung stellt für den Betrachter einen Modus bereit, der das Spannungsverhältnis
zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit reflektiert und damit zugleich den hybriden Status erfahrbar macht,
der den eigentümlichen Motiven innewohnt.”
© Alice Detjen 06/2007
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„White Lightning“ bezeichnet einen schwarzgebrannten Whisky, welcher nicht braun, sondern
naturgemäß kristallklar ist, da er nicht über lange Zeit in Holzfässern gereift ist.
Vor allem in der Zeit der amerikanischen Prohibition konnte schwarzgebrannter Whisky tagsüber
gebrannt nur nachts transportiert werden, weshalb er oft auch als „Moonshine Liquer“ bezeichnet wird.
Die Begriffe tauchen in allen englischsprachigen Ländern, so auch vor allem in Großbrittanien auf.
Rockabill-Jargon
Der Begriff „White Lightning“ fand ebenfalls Einlass in das Rockabilly-Jargon. Der gleichnamige
Song aus dem Jahr 1958 wurde von dem Countrysänger J.P. Richardson, auch bekannt als „The Big
Bopper“, geschrieben.
George Jones coverte den Song und machte 1959 einen Hit daraus.
Anekdotische Quelle: Günther Voss
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